Sonntag, 30. August 2009

Die Schreibmaschine verhüllt das Wesen des Schreibens und der Schrift.

Martin Heidegger

Mittwoch, 26. August 2009

Hirngespinst

Schon lustig, wie sich das eigene Gehirn überlisten lässt, indem man sich vornimmt, etwas Schönes zu tun. Der bloße Gedanke löst Freude aus und das positive Gefühl bleibt, selbst wenn die Gewissheit eintritt, dass man es nicht mehr tun wird.

Montag, 24. August 2009

Oh, wie süß!




Mein Gott, ich bin in der "Babys-sind-süß-Phase", schlimme Erkenntnis, aber nicht mehr zu leugnen. Unglaublich, wie diese Kinderaugen einen auf einmal anleuchten. Sonst waren es immer nur Kinder, jetzt sind es plötzlich herzerwärmende Wesen mit wahnsinnig hübschen Gesichtern, zuckersüßem Lächeln und niedlichen kleinen Händchen.
Keine Chance gegen diese Hormonflut.

Sonntag, 23. August 2009

Kommunikation

11.08.09
Heute 3mal dabei gescheitert, mit jemandem ins Gespräch zu kommen, die Großstadt macht (mich)unsozial. Erst zwei spanisch-sprechende Mädels im Ibero, dann ein Mädchen in der Stabi -die hatte sogar schon gelächelt- und schließlich abends bei einem Pärchen mit Hunden, die ich fragen wollte, ob sie ein Tierheim kennen.
Am Ende klappt es dann doch noch- ein junges Paar mit einem 8 Monate altem Baby in der Tram. Über diese Affinität will ich mir mal keine Gedanken machen.

Berlin, Frankfurter Tor, August 09

Zwei Männer, an der Tramhaltestelle wartend, Bier trinkend. Der eine will die leere Flasche wegwerfen, der andere: "Nicht wegwerfen, sind 8 Cent drauf. Bei meinem Job verdiene ich so wenig, davon kauf ich mir meinem Tabak. Ich kenn einen, der finanziert sich damit sein Hobby. Man darf sich nur nicht zu fein sein, in die Tonne zu greifen, die Deutschen sind ja so `ete petete´".

Montag, 17. August 2009

Großstadtschein

In Großstädten ist das eigene Leben nicht unbedingt aufregender als in Kleinen, aber drum herum passiert so Vieles, dass es zumindest den Anschein macht, man hätte ein bewegtes Leben.

Mittwoch, 12. August 2009

Berlin, S-Bahn

Zwei Frauen Mitte 30 sitzen nebeneinander mit Koffern in der Bahn. Die eine erzählt der anderen: „Zum Glück arbeite ich jetzt in Bonn und nicht in Köln, weil Bonn schon sehr normal ist, in Köln gibt’s ja so viele Verrückte. Aber hier in Berlin ist es wohl auch so, die eine Kollegin hat erzählt, sie hat hier so viele Künstler kennen gelernt (in ihrem Blick und Tonfall schwingt leichte Verachtung mit). Also, wo man sich dann fragt, arbeiten die jetzt oder was?“

BarPolitik (in Berlin)

Zwei Männer, die an einem Tisch saßen, wollen bezahlen. Die Bedienung kommt und bringt die Rechnung. Der eine wundert sich: „Was, du hattest nur Wasser und kommst teurer weg als ich mit meinem Bier! D.h. ich kann mich voll laufen lassen und mir nachher noch ein Taxi leisten.“ Der andere stimmt zu, dann schauen beide zur Bedienung, und der eine erklärt: „Ach, wir reden nur über Politik.“

Dienstag, 4. August 2009

Abfahrt

Kaum im Zug, kaum ein paar Meter raus aus dem Saarland, schon genervt: Handyklingeln überall, Handy-Gespräche, irgendeine Aufziehballerina-Melodie, die nicht aufhört. Bahn-Durchsagen, Türen-Pfeifen, oh je, nach 3 Wochen Saarland-Idylle und Umgebung erinnere ich mich: So ist das Leben in der Großstadt, und ich bin noch nicht mal annähernd da. Eine Türkin um die 30 nervt besonders, sie wird ca. alle 10 Minuten angerufen und telefoniert sehr laut.
Wahnsinn, ist es wirklich notwendig, vor jedem Halt die aussteigenden Leute zu verabschieden und die neu zugestiegenen zu begrüßen, so dass jemand wie ich, der noch viele Haltestellen vor sich hat, mindestens 28 Mal die gleiche Ansage mit verändertem Ortsnamen hören wird? Dazu noch jedes Mal der Hinweis auf das gastronomische Angebot (1. Klasse-Fahrer werden auch am Sitzplatz bedient) an Bord. Der Sprecher der Durchsage empfiehlt ein Fleischkäse-Sandwich und frisch gezapftes Bier.
Ab Frankfurt gibt's das Ganze dann auf Deutsch UND Englisch (mit furchterregendem deutschen Akzent): "We wish you a pleasent journey". Ahh, was für ein Verbrechen!