Mit Sätzen immer die genaue Realität abzubilden funktioniert nicht, das musste schon Wittgenstein einsehen. Dann gibt es aber noch den Zwiespalt zwischen Rationalität und Emotionalität im Bezug auf Gesagtes. Einen Satz zu hören und zu wissen, wie ihn die Person, von der er stammt, gemeint hat, ist gut -reicht aber nicht. Manchmal, bei uns Frauen vielleicht häufiger, setzt sich blitzschnell die Emotion durch. Das Gesagte wird aus dem Kontext des anderen herausgelöst und gelangt in den eigenen Kopf als böses, tränenprovozierendes Ungeheuer, das dort ein kleines Massaker anrichtet. Tatsächlich wäre es sinnvoll, sich zu bemühen das zu verstehen, was der andere ausdrücken wollte und Worte nur als Hilfsmittel zu begreifen. Aber oft gelingt es nicht, der Kopf kommt zuerst und versteht, doch schon in der nächsten Sekunde hat sich die Emotion vorgedrängelt und weigert sich rational zu sein, wütet statt dessen aufgebracht und setzt ihre eigene Vorstellung durch.
Dieser Zwiespalt zwischen Emo- und Rationalität taucht oft in Liebesbeziehungen auf, auch ohne Worte. Jemand, der sich z.B. sicher ist, dass ihn der andere nicht betrügen würde, kann trotzdem befallen werden vom Gift der Eifersucht und dadurch vollkommen von Sinnen werden, im Kopf Bilder der geliebten Person mit einer anderen sehen und sich dann von der eigenen Einbildung überzeugen lassen.
Niemand will sicherlich eifersüchtig sein, aber, frei nach Schopenhauer: "Kann ich wollen, was ich will?"
Freitag, 12. März 2010
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